15.3.2019: Tag der Druckkunst

Wir laden Sie recht herzlich zum ersten „Tag der Druckkunst“ am 15. März 2019 zu uns in die Hübnerstr. 5 ein. Zum Jahrestag der Aufnahme künstlerischer Drucktechniken ins Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes durch die Deutsche UNESCO-Kommission, wollen wir Ihnen in unserer Buchdruck-Werkstatt präsentieren, wie lebendig dieses Immaterielle Kulturerbe ist. Mit dem Verein Freunde der Buchdruckwerkstatt e.V. tragen wir dazu bei, künstlerische Drucktechniken zu bewahren, weiterzuentwickeln und so auf die Bedeutung der Druckkunst für die Kultur in Deutschland aufmerksam zu machen.

Programm

Ab 10:00 Uhr
Laufende Vorführungen an den Heidelberger
Buchdruck-Maschinen mit Christoph Dürr

14:00 Uhr
Druck von Radierungen mit
der Künstlerin Michaela Schleunung

16:00 Uhr
Maschinensatz-Vorführung an der Linotype Europa mit
Ernst Körperich, ehem. Maschinensetzer, beim Süddeutschen Verlag, München

18:00 Uhr
„Zukunft erwächst aus Herkunft“ – Kunsthandwerk in
Zeiten der digitalen Transformation, Gedanken von Bernd Mayer,
Freunde der Buchdruckwerkstatt e.V.

Ausstellung

Begleitend zeigen wir in unseren Galerieräumen kunsthandwerkliche Seriegrafien,
Lithografien und Radierungen von u.a.
Joseph Beuys, Georges Braque, Max Beckmann und Joan Miró.

Wir freuen uns auf Sie!

Aus dem Inventar: Die Linotype 22 S

Nach und nach füllen wir die Seiten dieser Homepage mit dem Inventar der Buchdruck-Werkstatt.

Heute die Setzmaschine Linotype 22 S:

Die Linotype Setzmaschine wurde von Otto Mergenthaler 1886 entwickelt und stellt in der historischen Entwicklung der Satzverfahren ein Bindeglied zwischen Handsatz und Desktop-Publishing dar.

Über eine Tastatur tippt der Setzer den zu setzenden Text, wodurch aus einem Magazin eine metallene Gußform (Matrize) für jeden Buchstaben fällt. Die einzelnen Matrizen werden dann solange aufgereiht bis sie annähernd die Breite des Satzspiegels erreicht haben. In der Breite veränderbare Spatienkeile werden dann für die Wortzwischenräume verwendet und verteilen alle Wörter auf die Zeilenbreite.

Die fertig zusammengestellte Zeile wird sodann mit flüssigem Metall ausgegossen. Diese Einheit aus erhabenen Buchstaben wird auch „Line of Types“ bezeichnet und muss bei einzelnen Setzfehlern komplett neu gegossen und ersetzt werden. Die mit der Linotype erstellten Zeilenblöcke werden anschließend per Hand seitenweise zu Druckstöcken angeordnet.

Nachdem die Zeilen gegossen wurden gelangen die verwendeten Matrizen und Spatienkeile, über einen kodierten Zahnstangen-Mechanismus, zurück in ihr jeweiliges Matrizenmagazin und können somit wiederverwendet werden.

Für ein hochauflösendes Bild und weitere Bilder, besuchen Sie bitte die Unterseite Linotype 22 S im Menü.